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Interview mit Prof. Dr. Hölschermann

Wie gravierend sind die Unterschiede bei Herzleiden zwischen den Geschlechtern tatsächlich? Wir sprachen mit Chefarzt Professor Dr. Hans Hölschermann, Abteilung Kardiologe, Angiologe und Internistische Intensivmedizin der HochtaunusKliniken, Bad Homburg.


Reagiert das Herz bei beiden Geschlechtern tatsächlich unterschiedlich? Wie gravierend sind diese Unterschiede?

In der Tat: Es gibt geschlechtsspezifische Unterschiede. Allerdings weist nichts daraufhin, dass das weibliche Herz von Natur aus vor Herzinfarkten besonders geschützt wäre. Im Gegenteil: Das kleinere weibliche Herz ist sogar störanfälliger. Bestimmte Herzmedikamente wie ASS (Acetylsalicylsäure) oder Digitalis wirken bei Frauen schwächer als bei Männern. Auch die typischen Risikofaktoren für Herz- und Gefäßkrankheiten wie Rauchen, Diabetes, Übergewicht oder Bluthochdruck haben bei Frauen gravierendere Folgen. Der Vorteil der Frauen? Sie sind weniger Risikofaktoren ausgesetzt.


Inwieweit hat der Lebensstil eines Einzelnen Auswirkungen auf diese Problematik? „Leben“ Männer anders als Frauen?

Hoffentlich tun sie das! Nein, Spaß bei Seite. Männer und Frauen sind unterschiedlich oder zumindest waren sie das - gesellschaftsbedingt - in den letzten Jahrzehnten. Verhalten, Ehrgeiz, Ziele sind bei Männern anders als bei Frauen. Männer essen mehr, trinken mehr Alkohol, achten weniger auf ihren Körper, sind öfter in schwere Unfälle verwickelt, nehmen weniger Rücksicht auf ihre Gesundheit, ordnen ihren beruflichen Zielen alles andere unter, machen ihre Sorgen meist mit sich selbst aus, gehen weniger zur Krebsvorsorge und pflegen nicht selten einen gefährlichen Unverletzbarkeitswahn. Alles zusammen tut der Gesundheit nicht gut.


Was kann man zur Vorbeugung tun?

Sich darüber klar werden, dass auch Mann – verdammt nochmal! – nur dieses eine kleine Herz hat, das ihn Tag für Tag im Spiel hält. Dass auch Mann mit seinem Lebensmotor nicht unbedingt so umgehen muss, dass er schon nach 50 statt mit 80 Jahren seinen Geist aufgibt. Den eigenen Wagen bringt er jedes halbe Jahr brav zu Inspektion. So ein Check tut dem eigenen Motor auch ´mal gut. Ansonsten: Sport, Sport, Sport. Fünfmal pro Woche 30-45 Minuten. Reduziert das Gewicht, lässt den Bauch verschwinden, senkt den Blutdruck, wirkt gut gegen Stress, hält (auch geistig!) fit und – versprochen! – macht auch irgendwann Spaß.

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