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Tipps von Johannes Vennen, Dipl.-Psychologe und Coach:
Wie Sie Stress im Alltag gut bewältigen können


Wenn Stress stresst

Zunächst einmal: Akzeptieren Sie ihn – den Stress. Manche haben ein Problem mit dem Problem. Der Stress stresst zusätzlich, wenn er nicht sein darf – weil man die Kon­trolle verliert, andere die eigene Souveränität anzweifeln würde oder – vorübergehende – Lösungslosigkeit nur schwer zu ertragen ist. Aber: Objektiver Stress lässt sich besser bewältigen, wenn ich ihn subjektiv nicht vergrößere.


Singen unter der Dusche 

Entspannen Sie sich! Egal ob Yoga, autogenes Training oder Zen-Meditation: Wer eine Entspannungsmethode beherrscht, lernt die körperlichen Stress-Reaktionen zu kon­trollieren. Der erste Schritt, um gelassener zu werden. Übrigens: Sie können auch anfangen zu singen. Ob im Chor, unter der Dusche oder beim Radio hören. Menschen, die regelmäßig singen, leben nachgewiesenermaßen entspannter und zufriedener.


Bewusst im Augenblick

Lernen Sie zu genießen! „Wer nicht genießt, ist ungenießbar“ heißt es in einem Lied von Konstantin Wecker. Recht hat er! Eine Übung hierzu: 
Gehen Sie in einen Wald oder Stadtpark und öffnen Sie Ihre Sinne. Konzentrieren Sie sich für einige Augenblicke nur darauf, was Sie hören, was Sie sehen, dann, was Sie riechen und schließlich, was Sie körperlich empfinden. Wenn Sie diese Übung mehrfach wiederholen, stellen Sie fest, wie sich Ihre Wahrnehmung – und damit der Genuss – intensiviert.


Best friends 

Pflegen Sie Freundschaften – auch ohne und unabhängig vom Partner. Gerade in stressenden Lebenssituationen bieten Freundschaften Schutz und Halt.


Wo will ich hin? 

Sorgen Sie für ein sinnerfülltes Leben und herausfordernde Ziele. Die meisten Menschen erleben bereits eine höhere Lebenszufriedenheit, wenn sie sich auf den Weg zu ihren Zielen machen. Als Anregung mag die Schaukelstuhl-Frage aus der systemischen Beratung dienen: Wenn Sie mit 75 Jahren im Schaukelstuhl sitzend auf Ihr Leben zurückblicken: was wird Sie dann mit Stolz erfüllen?


Sein eigener Freund sein 

Stärken Sie Ihr Selbstbewusstsein. Oft kasteien wir uns mit inneren Selbst-Beschimpfungen – mit den entsprechenden Folgen für das Selbstwertgefühl. Die meisten Menschen gehen kritischer mit sich als mit anderen ins Gericht. Aber wo steht geschrieben, dass man nicht sein eigener Freund werden darf? Folgende Impulsfragen aus dem Training emotionale Kompetenzen können hilfreich sein: Welche Erfolge hatten Sie in Ihrem bisherigen Leben? Welche Stärken stecken hinter den Erfolgen? Was mögen andere (Familie oder Freunde) an Ihnen? Was mögen Sie selbst an sich?


Corpore sano in mens sana 

Treiben Sie Sport. Der Volksmund weiß: In einem gesunden Körper lebt ein gesunder Geist – so lautet der lateinische Satz übersetzt. Der Experte darf hier ergänzen: Das gilt auch für die Seele!


Nicht für alles verantwortlich 

Geben Sie Ihr Bestes, aber schätzen Sie Ihre Verantwortung realistisch ein. Ob Sie zum Beispiel Ihre beruflichen Ziele erreichen, Ihre Ehe glückt oder die Kinder wohl geraten, hängt nicht nur von Ihnen ab.


Keine Scheu vor professioneller Hilfe

Wenn Sie sich zu lange und zu intensiv schlecht fühlen: Scheuen Sie sich nicht, zum Psychotherapeuten zu gehen. Jeder vierte Mensch erlebt wenigstens einmal in seinem Leben eine behandlungswürdige psychische Störung. So gesehen teilt man dieses Schicksal mit vielen Menschen. Nicht wenige Patienten brauchen lange, zum Teil einige Jahre, um eine Psychotherapie zu beginnen.

Johannes Vennen ist Diplom-Psychologe und Psychotherapeut in Kiel, wo er eine reine Männerpraxis betreibt. Außerdem ist er Initiator des ersten Schleswig-Holsteinischen Männergesundheitstags. Seit 2011 ist er Mitglied in der DGMG.

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