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Herz-Kreislauf

Während eher Frauen an Herzrhythmusstörungen oder seltenen Herzerkrankungen leiden, sterben Männer bis zu viermal häufiger an einem Herzinfarkt. Auch Vorhofflimmern kommt beim „starken Geschlecht“ öfters vor. Doch weshalb ist das so?

Professor Dr. Thomas Meinertz, Direktor der Klinik und Poliklinik für Kardiologie und Angiologie am Universitären Herzzentrum Hamburg, sagt, dies läge daran, dass das Problem der Herzrhythmusstörung bei Männern von Koronaren Herzkrankheiten (KHK) überlagert wird. Dabei wird das Herz nicht mit genügend Sauerstoff versorgt, nachdem sich Ablagerungen an den Gefäßwänden gebildet haben. Obwohl Frauen eher an Arrhythmien – also an einem unregelmäßigen Herzrhythmus – leiden, ist die Zahl der Koronaren Herzkrankheiten bei Männern so hoch, dass sie eine größere Rolle bei der Häufigkeit des Herztodes spielen. Im Gegenzug sterben mehr Frauen an Klappenerkrankungen, obwohl die Häufigkeit dieses Krankheitsbildes bei beiden Geschlechtern gleich ist. Dies liegt unter anderem daran, dass Operationen bei Frauen öfters schlechter verlaufen als bei Männern.


Interview mit Prof. Dr. Hölschermann

Wie gravierend sind die Unterschiede bei Herzleiden zwischen den Geschlechtern tatsächlich? Wir sprachen mit Chefarzt Professor Dr. Hans Hölschermann, Abteilung Kardiologe, Angiologe und Internistische Intensivmedizin der HochtaunusKliniken, Bad Homburg.
 

Über 300.000 Menschen erleiden in Deutschland jedes Jahr einen Herzinfarkt. Wie hoch Ihr eigenes Risiko für dieses meist dramatische Ereignis ist, können Sie unkompliziert mit dem Onlinetest der Deutschen Herzstiftung herausfinden (das Ergebnis bekommen Sie anschließend automatisch per E-Mail geschickt).

„Der Penis ist so etwas wie die Antenne unseres Herzens“, sagt Professor Dr. Frank Sommer, weltweit einziger Lehrstuhlinhaber für Männergesundheit am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. Was genau bedeutet diese Aussage des Urologen?

Bei 54 Prozent der Fälle ist die Ursache von Erektionsstörungen eine Herz-Kreislauferkrankung. Oft liegen bei einer erektilen Dysfunktion Durchblutungsstörungen oder Gefäßverengungen vor, was das Risiko für einen Schlaganfall oder einen Herzinfarkt erhöht, denn die Gefäße im Penis sind nur halb so dick wie die im Herzen. Das bedeutet, dass sie als erstes verstopfen. Die Folgen von Erektionsstörungen dieser Art zeigen sich jedoch erst Jahre später. Für fast jeden zweiten Mann endet der folgende Infarkt tödlich. Werden jedoch die Gefäße im männlichen Geschlechtsorgan regelmäßig kontrolliert, kann der Arzt „voraussagen“, ob das Risiko für einen Herzinfarkt erhöht ist. Wenn das der Fall sein sollte, kann rechtzeitig reagiert werden.

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